Baumythen rund um EPS
1. Mythos: „Ein Haus aus EPS kann nicht 'atmen' und erzeugt Schimmel“
- Der Fakt: Häuser „atmen“ nicht über die Wände, sondern über den Luftaustausch durch Fenster und Lüftungsanlagen. EPS ist keineswegs komplett dicht; seine Diffusionsoffenheit ist vergleichbar mit der von Fichtenholz.
- Schutz vor Schimmel: Tatsächlich hilft die Außendämmung aus EPS, Schimmel zu verhindern. Sie hält die Innenseite der Außenwand warm, sodass dort die Luftfeuchtigkeit nicht mehr zu Tauwasser kondensiert – dem Hauptnährboden für Schimmelpilze.
2. Mythos: „Die Brandgefahr durch EPS an der Fassade ist extrem hoch“
- Der Fakt: Im eingebauten Zustand als Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ist EPS als schwer entflammbar (B1 nach DIN 4102-1 bzw. Brandklasse C) eingestuft.
- Wichtige Differenzierung: Tragische Großbrände wie beim Grenfell Tower in London (2017) wurden fälschlicherweise oft EPS zugeschrieben. Dort brannte jedoch eine nicht zugelassene, hochbrennbare Aluminium-Verbundfassade mit einem Kern aus Polyethylen (PE). EPS brennt im WDVS-System dank mineralischer Putze und integrierter Brandriegel nicht unkontrolliert ab.
3. Mythos: „EPS ist Sondermüll und lässt sich nicht recyceln“
- Der Fakt: Modernes EPS besteht zu 98 % aus Luft und nur zu 2 % aus Polystyrol und ist zu 100 % recycelbar. Verschnitte von Baustellen werden direkt wiederaufbereitet.
- Woher kommt der Mythos? Bis zum Jahr 2014 wurde EPS das Flammschutzmittel HBCD zugesetzt. Altes HBCD-haltiges Material gilt beim Rückbau tatsächlich als gefährlicher Abfall und muss in speziellen Müllverbrennungsanlagen thermisch verwertet werden. Seit 2015 ist HBCD weltweit verboten; heutiges EPS nutzt unbedenkliche polymere Flammschutzmittel.
4. Mythos: „Die Herstellung verbraucht mehr Energie, als der Dämmstoff je einspart“
- Der Fakt: Die energetische Amortisation (der „Break-Even“) von EPS-Platten ist extrem kurz. Da für die Aufschäumung fast nur Wasserdampf benötigt wird, hat EPS im Vergleich zu manch anderen „ökologischen“ Dämmstoffen eine hervorragende Primärenergiebilanz. Die Energie, die für die Herstellung einer EPS-Platte aufgewendet wird, holt diese meist schon in der ersten Heizperiode durch die verminderte Heizleistung wieder herein.
5. Mythos: „EPS-Fassaden fangen nach wenigen Jahren an zu verrotten“
- Der Fakt: EPS ist verrottungsfest, feuchtigkeitsbeständig und formstabil. Ein fachgerecht angebrachtes WDVS hält problemlos 40 bis 50 Jahre und länger. Einzig ungeschützt gegen UV-Strahlung (Sonne) sollte das Material in der Bauphase nicht monatelang liegen, da es sonst an der Oberfläche vergilbt und sandet. Sobald der Putz drauf ist, ist der Dämmstoff dauerhaft geschützt.